Eine Weiche, drei Tage, eine Insel im Stau: Die Marschbahn versagt wieder
Seit Donnerstag kämpfen Pendlerinnen und Pendler auf der Strecke zwischen dem Festland und Sylt mit massiven Zugausfällen. Der Grund: eine defekte Weiche auf der Marschbahn. Drei Tage, eine Weiche, kein Ende in Sicht.
Montag, 22. Juni: Die Lage
Von Klanxbüll Richtung Westerland fahren heute Morgen nur drei Züge: 7:11 Uhr, 8:11 Uhr und 9:11 Uhr. Alle übrigen Verbindungen sind gestrichen. In die Gegenrichtung — von Westerland aufs Festland — ist bis auf den 8:20 Uhr-Zug ebenfalls nichts mehr übrig. Wer danach reisen muss, wartet. Auf was, ist unklar.
Vier tausend Menschen, ein oder zwei Züge
Rund 4.000 Pendler fahren täglich über den Hindenburgdamm. An normalen Tagen ist das eine logistische Herausforderung. An Tagen wie diesem wird es zur Zumutung: Die wenigen fahrenden Züge sind hoffnungslos überfüllt. Wer hineinkommt, steht. Klimaanlage im Hochsommer: im besten Fall vorhanden, im schlechtesten Fall ein weiteres Detail, das den Morgen vollständig rundet.
Was das für die Sylter Wirtschaft bedeutet
Die Insel ist auf funktionierende Bahnverbindungen angewiesen — nicht als Komfort, sondern als Grundlage. Gastronomie, Hotellerie, Handwerk, Pflege: überall Menschen, die pünktlich erscheinen müssen und deren Abwesenheit direkte Folgen hat. Wer seinen Berufsalltag nicht planen kann, weil die Bahn drei Tage hintereinander ausfällt, hat ein Problem, das die DB-Pressestelle mit dem Satz „wir arbeiten intensiv an der Behebung der Störung“ nicht löst.
Eine defekte Weiche. Seit Donnerstag. Vielleicht ist das die eigentliche Nachricht.
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